Schnittschutz – Was ist das eigentlich?

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Schnittschutz – Was versteht man darunter?

Ein Schnittschutz Handschuh unterscheidet sich von einem regulären Handschuh in erster Linie durch die Einarbeitung einer Schnittschutzfaser in das Trägergewebe (Liner). Die bekanntesten Fasern sind z.B. Kevlar oder Dyneema, Stahl oder Glasfasern welche man in vielen Produkten findet. Der Unterschied zwischen Handschuhen der Schnittschutzklasse 3 und Handschuhen der Schnittschutzklasse 5, liegt in der Stärke der Schnittschutzfasern. Die Beschichtung des Handschuhs egal ob z.B. Nitrile oder PU, hat keinen Einfluss auf den Schnittschutz.

Wie erkenne ich das Schnittschutzlevel eines Handschuhs?

Der Schnittschutz ist ein Teil der Norm EN 388 die jeder Handschuh der Kategorie 2 durchlaufen muss. Die EN 388 beschäftigt sich mit vier Hauptkategorien Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Reißfestigkeit und Stichfestigkeit. Das Schnittschutzlevel erkennt man an zwei Merkmalen. Erstens an der zweiten Zahl unter dem EN 388 Symbol und zweitens am Buchstaben nach der letzten Zahl unter dem EN 388 Symbol (siehe Grafik).

EN 388 – Schnittschutztest

Die Norm EN 388: 2016 testet den Schnittschutz eines Handschuhs mit zwei unterschiedlichen Verfahren.
Beim Coup-Test wird ein rotierendes Kreismesser auf das eine Kraft von 5 Newton (etwa 500g) wirkt, auf einem Prüfmuster hin und her bewegt, bis dieses durchschnitten ist (max. 60 Zyklen). Es werden dabei die Anzahl der Zyklen ermittelt, die benötigt werden, um das Probenstück zu durchtrennen. Anhand dieses Ergebnisses, wird ein Faktor ermittelt der angibt, um welches Schnittschutzlevel es sich handelt (Zahl 3, 4 oder 5).

Beim TDM-Test bewegt sich eine gerade Klinge über ein gebogenes Prüfmuster. Dabei wird der minimale Kraftaufwand zum Durchschnitt des Prüfmusters nach 20 Millimetern bestimmt. Es wird mit einer Kraft von 2 Newton begonnen und kann bis auf 30 Newton gesteigert werden. Nach jedem Schnitt wird eine neue genormte Klinge eingesetzt und der Druck um 2 Newton erhöht, bis das Handschuh Material bei einem einmaligen Schnitt durchtrennt wird (Buchstabe A bis F).

Zusammengefasst kann man sagen: Der Coup-Test konzentriert sich auf eine Dauerbelastung, die auf den Handschuh einwirken kann, wobei sich der TDM-Test auf den einmaligen Schnitt fokussiert. Mehr zur EN388:2016 finden sie hier!

Wann setzt man Schnittschutzhandschuhe ein?

Das Wort „Schnittschutz“ wird oft fehlinterpretiert und sollte eher als „Schnitthemmend“ bezeichnet werden. Ein Schnittschutzhandschuh kann nur bedingt vor scharfen Klingen schützen. Das Verwenden eines Schnittschutzhandschuhs macht dann Sinn, wenn man mit Gegenständen arbeitet, die scharfe Kanten haben, wie das z.B. bei Blechen oder bei Papier/Karton sein kann. Als Grundsatz gilt: je länger die scharfe Kante desto höher muss das Schnittschutzlevel sein.

Wie finde ich den richtigen Schnittschutzhandschuh?

Die Wahl des richtigen Schnittschutzhandschuhs ist abhängig von der Tätigkeit und des Arbeitsumfeldes. Erst nach einer exakten Analyse dieser beiden Faktoren sollte eine Auswahl getroffen werden. Wichtig ist auch zu beachten, ob das Arbeitsumfeld z.B. nass ist oder man mit Chemikalien zu tun hat und wie groß bzw. schwer die zu bearbeiteten Gegenstände sind.

Schnittschutz 3

Beispiel
Einen Schnittschutz Handschuh Level 3, kommt bei Arbeiten mit kleinen Gegenständen mit geringe Eigenmasse und einer kurzen Schnittkante zum Einsatz z.B. Aussortieren von Stanzteilen. Bei Arbeiten die neben Schnittschutz auch Feingefühl erfordern z.B. Papierverarbeitung oder Gärtnereien.

Liegt zusätzlich ein feuchtes Arbeitsumfeld vor, ist das Verwenden eines flüssigkeitsdichten Schnittschutzhandschuhs wie z.B. MaxiCut®Oil™34-305 erforderlich. Hat man mit Chemikalien zutun, greift man auf Chemikalien-Schnittschutzhandschuhe zurück wie z.B. MaxiChem®Cut™56-633.

Vorteile:

  • Sehr dünn und gutes Feingefühl
  • Hoher Schnittschutz bei Arbeiten mit mittlerer Schnittgefahr
  • Atmungsaktiv
  • Hält Dauerbelastungen Stand

Schnittschutz 5

Beispiel
Einen Schnittschutz Handschuh Level 5, verwendet man bei Arbeiten mit großen Gegenständen mit höher Eigenmasse und einer langen Schnittkante z.B. bei Arbeiten mit Blechen oder Glasscheiben. Bei Arbeiten mit hoher Schnittgefahr und einer Dauerbelastung, wie z.B. beim hobeln von Brettern oder schleifen von Oberflächen.

Wie bei Schnittschutzlevel 3 ist auch hier die Art der Arbeit und das Arbeitsumfeld sehr wichtig. Ölig = MaxiCut®Oil™34-505

Vorteile:

  • Sehr robust und lange haltbar
  • Hoher Schnittschutz bei schweren Arbeiten
  • Atmungsaktiv
  • Hält hoher Dauerbelastungen Stand